Stadtgespräch

März 19, 2008

Gestern nacht um zehn laufen wir durch das Stadtviertel Jabal Weibdeh. Die Straßen sind menschenleer und laternenerleuchtet, während wir Ausschau nach einem Taxi halten. Als dann endlich eins vorbei fährt, wir einsteigen und unseren auswendiggelernten Satz runtersagen, wo wir hin wollen, waren wir in Gedanken schon im Bett und dem Schlaf ganz nah.

Jordanier sind ja sehr kommunikative und freundliche Menschen und so ist es üblich, dass nach wenigen Sekunden gefragt wird, woher wir denn kommen: „Germany“. „Ah, Germany is so beautiful.“ Nachdem uns der Taxifahrer in seinem Land willkommen heißt, achlan wa sachlan, erklärt er uns, dass er Palästinenser sei und eigentlich aus Jerusalem komme. Das finden wir interessant und fangen mit ihm ein Gespräch an über Gott und die Welt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn am Schluss meinte er, dass Gott über alle Menschen herrscht und es nur den einen Gott gibt, den der Juden, Christen und Muslime. Es ist ein und derselbe Gott für alle drei großen monotheistischen Buchreligionen. Das fand ich toll, dass er das dort, im Taxi, zu uns gesagt hat, denn schließlich hat er ja recht und wenn alle so denken würden, gäbe es wohl kaum religiöse Auseinandersetzungen. Die Geschichte jeder dieser drei Religionen geht zurück auf Abraham, dem Urvater der Religionen. Bei den Muslimen heißt er nur etwas anders: Ibrahim.

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